Geistlicher Impuls von Diakon Jonas Wittmann

Jesus begegnet seiner Mutter
Bildrechte: Gottesdienst Institut, Sieger Köder

Liebe Schwestern und Brüder,

das Bild von Sieger Köder trägt den Titel: Jesus begegnet seiner Mutter.

Und was machen wir? Wir begegnen dieser Tage immer weniger Menschen zumindest nicht persönlich. Deshalb frage ich mich schon, wie das alles funktionieren soll, das Begegnen, wenn man sich nicht mal mehr treffen darf?

Eine Antwort habe ich nicht, nur einen Versuch, um die 1,5 Meter gebotenen Abstand irgendwie anders, doch näher zu fühlen. Das Bild, das Sie betrachten – hat nämlich so wahrscheinlich gar nicht stattgefunden. Von körperlichem Kontakt zwischen Jesu und seiner Mutter Maria vor dem Kreuz wissen wir rein gar nichts. Trotzdem fühle ich irgendwie, dass da doch Nähe zwischen den beiden ist. Vorstellen kann ich mir dieses Treffen zumindest sehr gut.

In diesen Tagen sind hier leere Plätze, Kirchen ohne Gottesdienste. Und wieder ist es ähnlich, Jesus steht allein hinter dem Kreuz so kurz vor Ostern. Viele sind zuhause um gesund zu bleiben, zu leben.

Und ich erinnere mich plötzlich - als Christ lebe ich ja eigentlich auch so. Zuneigung zu meinem Gott – aber eben auch ohne persönlich sichtbaren Kontakt. Jetzt unter den Einschränkungen gibt es Zeit dafür – ich erlebe sehr viel Nähe, gespürte und gefühlte Gemeinschaft! Ich lege meine Hand auf das Holz.

In der Hoffnung, dass dieses Kreuz nicht der letzte sein soll. Mir kommen zwei Gedanken:

  1. Als Christ/Innen leben wir aus der Gewissheit, mit Jesus hinterm Kreuz zu stehen, ihm zu folgen und dann, ja dann wieder im Leben zu stehen. Vielleicht im Besonderen gerade jetzt.
  2. Als Gemeinde und als Gesellschaft wissen wir, dass wir verbunden sind. Neben uns steht jemand ein Freund, eine Freundin, die Familie. Sei es persönlich, durchs Telefon übers Internet per Brief oder eben über Gedanken und Gebete füreinander. Vielleicht auch im Besonderen gerade jetzt.

Für mich ist es trotz Krise eine Chance wieder Zeit für das alles zu haben. Für einige andere heißt es aber noch mehr Einsamkeit. Vielleicht ist das eine Chance für uns gerade jetzt, da wieder etwas Ausgleich zu schaffen. Ich glaube da zumindest fest dran. Und ich weiß ganz viele andere tun das auch.

Auch wenn die Hände der Berührung eine gewisse Zeit fehlen werden. Es wird trotzdem Leid geteilt, Trost gespendet und sich füreinander eingesetzt! Vielleicht nicht sichtbar in aller Öffentlichkeit durch große Veranstaltungen und Reden. Aber durch kleine Gesten, durch die vielen Marias, die ihren Dienst schon immer und auch weiter tun ohne dass es einer sieht und merkt – manchmal mit kleiner Geste.

Für uns gilt das auch: Wir sind da für Sie – ob wir nun übers Wetter reden oder über Gott und die Welt.

Bleiben Sie gesund und behütet und bei Bedarf rufen Sie doch einfach durch!

Ihr Jonas Wittmann 0172/1315055

Stephanie Wegner   09342/6585        

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“  Timotheus 1,7