Grüß Gott

Grüß und Gott und ein Herzliches Willkommen!

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Pfingsten - Geistzeit.

Überfallartig bricht er ein in unser Leben. Zumindest erzählt es so die Apostelgeschichte.

Und manchmal passiert es ja auch tatsächlich so:

Es gibt sie, die umwerfenden Erlebnisse. Die Begeisterungsstürme, die alles umwälzen, was bisher feste Bestandteile meines Lebens waren.  Es gibt sie, die Momente von Freiheit, die mein Leben umkrempeln. Weil plötzlich alles wegfällt, was mich begrenzt, was mich einschränkt. Momente und Erfahrungen, die mir so viel innere Sicherheit und Kraft geben, dass ich auf Menschen zugehen, sie mitreißen kann mit meiner Begeisterung. Und ich alle Ängste und Fragen einfach mal hinter mir lasse.

Dieser Geist ist ein Revoluzzer - anstrengend und ungebeten. Einer, der wie ein Sturmwind durch mein Leben fegt.

Aber es gibt auch die anderen Zeiten. Und die sind - zumindest bei mir - die „mehreren“. Die Zeiten, in denen die Kraft Gottes ganz unmerklich kommt. Mich leise anweht, wenn ich am wenigsten damit rechne. Die mich wieder neu füllt, wenn ich leer bin, ausgepowert durch Beruf, durch die Familie. Durch den normalen Alltag eben.

Diese Geistmomente sind nicht so sehr im Blick - eben, weil sie so leise sind. Sie sind uns oft nicht einmal bewusst.

Denn in ihnen kommt mir die Kraft so unauffällig zu, dass ich ihren Trost erst spüre, wenn mich jemand liebevoll berührt. Meinen Weg erst sehe, wenn mir ein anderer dafür die Augen öffnet. Die Wahrheit erst erkenne, wenn jemand anderer sie ausspricht.

Eine letzte Begegnung vor der Trennung. Ein letztes Gespräch vor dem Schweigen. Eine letzte Freude vor dem Schmerz. Ein letztes Verstehen vor der Einsamkeit.

Das sind die Momente, die ich schätzen gelernt habe - vor allem in den letzten Monaten. Denn auch wenn das Miteinander immer noch eingeschränkt ist, wenn das, was uns voneinander trennt und fernhält, immer noch stärker ist, als die Begegnung - ist mir in dieser Zeit aufgegangen, aus welchem Pool von Gesprächen, von Begegnungen und Miteinander ich zehren darf.

Und wie sehr ich jede neue Begegnung, jedes erste Gespräch nach der Trennung wert-schätze.

Das ist ein Geschenk - ein unauffälliges Geschenk. Ohne rote Schleife und ohne goldenes Geschenkpapier. Aber eines, das immer mehr hervorbringt, je länger ich auspacke. Und eines, das uns verbindet - denn wir können es gemeinsam auspacken. Gemeinsam genießen.

Für dieses Geschenk braucht es Geduld. Und Gelassenheit.

Aber die Freude daran wirkt noch lange nach.

Und die wünsche ich uns allen.

Nicht nur heute und nächsten Sonntag.

Bleiben Sie behütet und Gott segne Sie!

Herzlich

Ihre Pfarrerin Stephanie Wegner

Sommerserenade - Musikalische Abendandachten

Die Reihe unserer musikalischen Abendachten setzt sich auch im Sommer fort.
Vom 28.Mai bis zum 25. Juni treffen wir uns unter dem Titel: „Der Geist weht, wo er will“ immer freitags um 19.00 Uhr zu geistlichen Texten, begleitet von musikalischen Einlagen an Piano und Saxofon.
Dazu konnten wir wieder Musikerinnen und Musiker von außerhalb gewinnen, die uns instrumentalisch und stimmlich unterstützen. 

28.05. + 04.06.
Victoria Pohl und Sängerin Bettina Langmann

11.06.
Tänzerin Agnes Renner (multidimensionale Geschichten inspiriert durch die spirituelle Welt Indiens)

18.06.
Holzbläser Martin Poth, barock, klassisch und romantisch für Klarinetten und Flöten, evtl. Blues mit zwei Saxophonen

25.06.
Felix Wiegand (Dick Brave & The Backbeats) Jazz

Die Gottesdiensteinlagen aller Veranstaltungen kommen ausschließlich den Künstler*innen zugute.

 

Gottesdienste Pfingsten 2021

Pfingstsonntag, 23. Mai 2021

11:00 Uhr Gottesdienst im Kirchgarten

Pfrin. St. Wegner

Kollekte für die Ökumenische Arbeit in Bayern und die eigene Gemeinde

Pfingstmontag, 24. Mai 2021

11:00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Kirchgarten

(bei Regen in der katholischen Kirche)

Pfrin. St. Wegner + Diakon Th. Pfeifer

Kollekte für das Kinderkrankenhaus in Bethlehem

Musikalische Matinee an Himmelfahrt

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen fand im Kirchgarten unserer Kirche "Zum Heiligen Kreuz" am 13. Mai eine Gottesdienst-Matinée zu Christi Himmelfahrt statt.

Im üppig blühenden Kirchgarten vereinten sich geistliche Lesungen und Jazzklänge zu traumhaften Impulsen. Mit Piano und Gesang gestalteten Victoria Pohl und Bettina Langmann einen unvergesslichen Vormittag; dabei überraschten sie unter anderem mit einer Jazzversion von Schuberts „Winterreise“ und schenkten mit Billy Joels „Vienna“ Raum für hoffnungsfrohe Urlaubsträume. Am Ende bedankten sich beide temperamentvoll mit einer französischen Adaption von Udo Jürgens‘ „Vielen Dank für die Blumen“.

Die Matinée war die erste Veranstaltung einer musikalischen Reihe im Kirchgarten, gestaltet von verschiedenen Musikerinnen und Musikern. Die Einlagen anlässlich einer jeden Veranstaltung kommen ausschließlich den jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern zugute.

Die nächsten Termine finden jeweils Freitagabends um 19 Uhr statt. Los geht’s am 28. Mai.

„Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lk 6, 36)

So lautet die Jahreslosung für 2021. Das Jahresmotto sozusagen.

Und es ist ein gutes Motto, besonders in diesem Jahr. Denn Barmherzigkeit ist gerade ein bisschen Mangelware.

Aber was ist denn eigentlich damit gemeint?

Für uns ist Barmherzigkeit vielleicht manchmal ein Containerwort - beliebig befüllbar, Hauptsache irgendwie mit Seelen-Wellness verbunden.

Für Jesus aber ist Barmherzigkeit ganz klar und deutlich definiert, nämlich durch unser Tun:

„Liebet eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen. Segnet, die euch verfluchen; bitte für die, die euch beleidigen. Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, so tut auch ihnen. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch gegeben.“ - Deutlicher lässt es sich kaum sagen.

Und was er sagt, hat seine Relevanz für heute nicht verloren. Im Gegenteil.

Gerade ein Blick auf die jüngsten Ereignisse in den USA, aber auch auf unsere Gesellschaft zeigen: Barmherzigkeit ist nötiger denn je. Unser Umgang miteinander, die politische Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Positionen und speziell die Diskussion um den richtigen Weg aus der Pandemie sind zunehmend geprägt von Unduldsamkeit. Verurteilungen der jeweils anderen Meinung sind an der Tagesordnung, die Diskussion ist geprägt von Polemik anstelle der gemeinsamen Suche nach Lösungen. Und die Kommentare in den sozialen Medien und Nachrichtenforen erliegen zunehmend der Versuchung, den Gesprächspartner zu beleidigen und zu diffamieren.

Die Nerven unserer Gesellschaft liegen blank - und wir tun gut, uns daran zu erinnern, dass auch unsere Worte nicht immer auf die Goldwaage gelegt werden sollten.

Also seien wir barmherzig - geben wir uns und einander eine Chance, gemeinsam Partei für diese unheile Welt und ihre Menschen zu ergreifen. So wie es uns Jesus Christus vorgelebt hat.

Stephanie Wegner